Inventur 2008-2009

Ich möchte Euch danken

Ich möchte Euch danken.

Ihr, die ihr mich ermutigtet das Vertraute zu verlassen

Ich möchte Euch danken.

Ihr, die ihr mich durch eure Kompetenzen unterstützet (z.B. bei der Bewerbung)

Ich möchte Euch danken

Ihr, die ihr mir von eurem hart erarbeiteten Brot gabt.

Ich möchte Euch danken

Ihr, die ihr mich durch eure Freude zum Schreiben inspiriert (et)

Ich möchte Euch danken

Ihr, die ihr Verständnis habt

Ich muss euch danken

Hallo Ihr Lieben, die ihr mir die Ableistung meines Zivildienst in Lyon, sowohl persönlich als auch finanzielle ermöglicht habt .

Nun, knappe zwei Monate nach der erfolgreichen Beendigung meines Zivis, scheint es mir nötig unser Projekt „Felix geht nach Frankreich“ angemessen zum Abschluss zu bringen.

Der Frühsommer in Lyon ist warm. Manchmal sogar erdrückend heiß.

Seit ungefähr Juni herrschten wohl Temperaturen von 28 bis 35 Grad, welche die Arbeit mit den Kindern prägten.

Die in Absicht aufs nahende Ende des Schujahres nun permanent hibbeligen, größeren Kinder, begleitet ich fortan in ein nahgelegenes Waldstück und machte dort sportliche Übungen mit ihnen. So z.B. Hürdenlauf, Seilklettern, Entenlauf etc.

Um den pädagogischen Inhalt dieser Einrichtung stritten sich die Waldorf Kindergärtnerinnen (scheinbar traditionell), ohne zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Der Streitpunkt lag bei der Frage, ob diese Betätigung die Gefahr barg, die Kinder noch aufgeregter werden zu lassen oder sie eher abregte und sie sich hierbei positiv verausgabten.
Außerdem legte ein Partei besonderen Wert darauf jegliche konkurrenzfördernde Spiele zu vermeiden, womit die sportliche Praxis stark Einschnitte erfuhr.1

Nachdem Ende Juni der Kindergarten -und Schulbetrieb mit einem Sommerfest seinen/und meinen Höhepunkt erlebt hatte, begann für uns eine eher von hausmeisterlichen Tätigkeiten geprägte Zeit.

Wir vier Zivis reparierten Stühle, schrubten und lackierten Tische, räumten allerhand Zeug herum und organisierten zusammen mit dem gesamten Mitarbeiterstab so die Grundlage für das anstehende Schuljahr. Z.B. Gab es aus finaziellen Gründen Klassenzusammenlegungen und zwei weitere Kidergartengruppen wurden eröffnet.

In diesen Wochen arbeiteten wir relativ selbstbestimmt einen langen Aufgabenkatalog ab. Ich empfand diese Zeit aber als sehr abwechlungsreich und angenehm.
Das lag wohl auch an den vielen schönen Abenden am Rhoneufer oder im Theater.

In die ersten Juniwochen fielen auch meine letzen Arbeiten in meiner Gastfamilie. Ich habe ihren rümpligen Keller aufgeräumt und die enorme Weinkammer neustrukturiert.
Die Kinder verbrachten ein letztes Mal ein ganzes Wochenende nur mit mir.

Zum Abschied von meiner Gastfamilie lud sie mich und meine Freunde zu Crêpes, Galettes (mit Sarazinmehl gemachte salzige Crêpes), Käse und natürlich viel Wein ein.
Es hat mich selbst verblüfft, wie schön und rührend ich diesen Abschied erlebte.

Vom Famillienvater Jean Charles noch auf eine Autobahnraststätte gefahren brach ich hiernach zusammen mit einer Freundin in den Trampurlaub nach Korsika auf.
Dort verbrachten wir wildcampend 10 schöne Tage in der wundersamen Landschaft der Corseninsel.
Dann kam ich nach kurzem Umweg über Lyon Ende Juli wieder nach Berlin. Mein Zivildienst endet mit einem Nachbereitungsseminar in Karlsruhe.Durch die Berichte der anderen Freiwilligen wurde mir bewusst wie nahe mein lyoner Leben doch meinem gewohnten berliner kam ( Großstadt, Freunde, Politikgruppe, Familie). Ganz im Gegensatz zum Freiwilligendienst in einer Camphill Einrichtung (dorfartiges projekt mit Behinderten), in denen die Zivis gar keine Freizeit geschweige denn Intimität genossen.

Nachdem ich aus dem Falkenzeltlager in der Slowakei gesund und fröhlich zurück gekehrt bin, habe ich einige Wochen der Aufnahmeprüfung für die Studienvorbereitung Jazz Klavier an der Musikschule Kreuzberg gewidmet. Ich habe sie glückerlicherweise bestanden, so dass ich jetzt hauptberuflich Klavier spielen kann und mich keine zeitraubende Nebenbeschäftigung mehr einschränkt. Ich habe wieder angefangen eine Jugendgruppe zu leiten und wohne im Moment noch meinen Eltern im idyllischen Hessenwinkel.

Euer Felix

---------------------------------------------------
1 Das Konkurrenzdenken in einer auf Konkurrenz basierenden Gesellschaft (unter von dieser sozialisierten Individuen) durch lapidaren Einschränkungen wie dieser verändert wird, ist fragwürdig und deckt sich genauso wenig mit meiner Erfahrung. So wollten viele Kinder selbst bei den Aufwärmübungen Platzierungen feststellen.

un jour ordinaire lyonnais

Video das meinen Zivi Alltag beschreibt.
Für meine Oma.
hier

Dritter Bericht

Einen dritten Bericht gefällig ?

Hier hat sich (für Ziviverhältnisse) einiges getan.
Seit dem Wiederanfang nach den Winterferien habe ich die Kindergartengruppe gewechselt.
Grund dafür ist die Ausbildung einer Praktikantin, welche mit jeder der 4 Gruppen bei uns arbeiten soll. Hin -und hergerissen zwischen Trauer über das plötzliche Verlassen meiner mir liebgewonnenen Kinder und freudiger Erwartung auf neue pädagogische Abenteuer, habe ich den Übergang gut überstanden. Nach einigen Wochen Eingewöhnung habe ich mich an meine neuen Aufgaben im täglichen Ablauf gewöhnt und fühle mich nun sehr wohl in der neuen Gruppe.
Es gibt mehr Kinder und auch der Altersdurchschnitt ist höher.

Die 5 – und 6 jährigen spielen sehr selbstständig und der gefühlte Geräuschpegel ist deutlich angestiegen. Im Großen und Ganzen ähnelt der neue Klassenraum natürlich dem alten (rosagestrichene Wände, Puppen, Küchenutensilien usw.).
Aber durch die vielen bereitstehenden Bretter, Laken und Tücher und vor allem dem Verständnis der Erzieherin Bernadette verwandelt sich dieser täglich in ein Labyrinth von Holzkonstruktionen und sonstigen Bau- bzw. Spielstellen..
Jeden Dienstag machen wir einen Ausflug in den naheliegenden Wald.
Im Laufe der Monate wird mensch sich so den jahreszeitlichen Veränderungen der Natur bewusst.
Die Kinder toben, spielen, klettern usw. – wir machen viele Spiele und essen auf dem Boden.
Insgesamt finde ich den Tagesablauf mit Bernadette wesentlich angenehmer und weniger hetzend.
Zweimal in der Woche mache ich 30min Sport mit den ältesten Kindern.
Wir gehen in kleines Waldstück und dort wird gerannt, am Seil geklettert und werden Hindernisparcoure überwunden
Ich finde es schön, dass ich durch die Arbeit den Großteil meines Tages an der frischen Luft
verbringe.
Ja, ich singe auch noch im Chor. Unser letztes Projekt rund um Ostern stellte das Leben der „deux larros“, der beiden neben Jesus Am Kreuz hängenden Männer, Gestas und Dysmas dar.
Religiösität und schräger Jazz vereinigt.
Der Chorleiter und Komponist Eric Noyer war wie immer sehr beeindruckend und anregend. Das jetzige Projekt „Ethnic“ ist eine musikalische Reise rund um die Welt und beinhaltet z.B. indianische, asiatische und israelische Gesänge.

Ansonsten wäre da noch die Politikgruppe CLAS (Collectif libertaire Anti-sexist).
In starker Zusammenarbeit mit den anderen Gruppen haben wir im Februar eine Frankreich – Tournée einer afghanischen Frauenrechtlerin organisiert. Auf zahlreichen Konferenzen in Lyon, Paris, Marseille usw. hat sie uns von der erschütternden Situation der Frauen in Afghanistan berichtet, an der sich auch nach der Niederschlagung der Talibans nichts verbessert hat.
Ein weiteres Projekt ist die Vorbereitung eines interaktiven Diskussionsabends über das Thema „Autonomität in Beziehungen“ (hpts. Liebesbeziehungen).
Z.B. Welche Anhängigkeiten bestehen zwischen den Partner_innen?
Inwiefern sind diese bewusst und frei vereinbart?

Ich gehe nach wie vor immer noch sehr viel aus.
Der Unterschied ist, dass sich jetzt seit einiger Zeit ein fester Freundes- und Bekannten_innenkreis herauskristallisiert hat, so dass ich jetzt selten noch alleine unterwegs bin.
Im Gegenteil kann ich mich nun vor Vorschlägen gar nicht mehr retten.
Auch mit den anderen Freiwilligen unternehme ich manchmal Dinge.
Ich gehe viel auf und in Konzerte, Museen und verbringe die meisten meiner Abende auf Privatpartys bei Leuten zu hause. Häufig gehe ich auch tanzen auf eines der PartyBoote am Rhone-Ufer.
Ich war vor kurzem das erste Mal in der Lyonner Oper und sah „LULU“ von Alban Berg/ Wedekind. Beeindruckende atonale Oper, die ich ohne mich vorher gründlich belesen zu haben noch weniger verstanden hätte.
Das Wetter bei uns ist wechselhaft, aber meistens sonnig-warm so um die 20-25 Grad.
Ich verstehe mich nach wie vor gut mit meiner Gastfamilie und fühle mich so ganz wohl hier.
Allerdings freue mich auch schon auf das nun näher rückende Ende und eine etwas Klavier betontere Zukunft.

Um mein alltägliches leben zu visualisieren habe ich ein Video ins Internet gestellt.
Diese Video ist eigentlich für meine Oma gedacht, kann aber vielleicht anderen Mensch Freude machen.

Einfach bei „www.youtube.com“ in die Suchzeile „ imaugedieschabe“ eingeben und dann das Video „ Un jour ordinaire lyonnais „ anklicken. Oder einfach hier
http://www.youtube.com/watch?v=xN-EXNuuk1E

Alles Liebe
Euer Felix

----------------------------------------------
Un troisieme rapport vous dirait?

C‘est qu‘il y a changé quelque chose dans ma vie cette fois la.
Après la rentrée en fevriér j‘ai changé le groupe d‘enfant.
La formation d‘une stagiaire prévoie des expériences pédagogiquees dans chaques de nos groupe pour l‘apprentie. Par conséquence j‘ai du changé le groupe.

Malgré mes forts sentiments pour les enfants de mon ancien groupe j‘ai profité du changement qui me permet de faire des expériences differentes.
Aprés une période de transition je me suis aux nouveaux devoirs et je peux dire à juste titre que je me débrouille bien. D‘ailleurs les enfants de mon nouveau groupe sont plus nombreux et agées.

Les enfants á l‘age de 5 à 6 ans jouent d‘une facon autonome qu‘elle fait amplifier le niveau de bruit excessivement.
Bien evidemment l‘ameublement ressemble à celui de l‘autre groupe
(c‘est á dire les murs sont peints en rose, il y a partout des poupées, un coin de cuisine ect.)

Grace aux tas de planches, tissus et draps et surtout à la compréhension bienveillante de l‘écudatrice Bernadette la classe se transforme régulièrement en labyrinthe ou on se perd facilement dans les constructions de bois et chantiers des enfants.

Chaque mardi nous partons en promenade dans une foret près de l‘école.
Ainsi, au fil des mois on prend conscience des changement de la nature par les saisons.
Ici les gamins font les fous, jouent, grimpent dans les arbres ect.- on fait des jeux sportives et nous mangeons par terre assi sur des petits cousins.
Personnellement je préfère la matinée avec Bernadette qu‘avec Marie car elle me semble e moins pressée. Deux jour par semaine je donne des cours de sports aux grands enfants.
Dans „le petit bois“ on grimpe la corde, fait des courses et on vainc des parcours d‘obstacles.
J‘apprécie beaucoup que je travaille la plupart du temp en plein air.

Oui, je chante encore dans la chorale – bien entendu.
Le projet précédent interprétait les biographies des “deux larrons“ Gestas et Dysmas – les hommes cloués aux croix à coté de Jesu.
Eric Noyer à la fois compositeur et chef de chorale y a crée une rencontre musicale unique entre le jazz et la réligion. Le projet actuel nous mène au tour du globe en nous faisant rencontrer les culture fortes variable.Entres autres des chants israéliens, asiatiques et indiennes.

A part ca, je m‘investis toujours dans des projets politiques et surtout dans le CLAS (Collectif libertaire Anti-sexist). En collaboration avec autres associations on a fait venir une militante afghanne qui nous a témoignée/raconté de la situation des femmes en Afghanistan en démontrant qu‘elle n‘a pas améliorée après la chutte des talibans.
Dans le cadre d‘une tournée nationale elle était entre autres à Marseille, Paris, Strasbourg et Lyon.
Un soirée débat -discussion interactive autour „de l‘autonomie dans nos rélations“
va être le prochaine projet. Par le billet d‘une interrogation personnelle nous tentons à faire réfléchir des gens sur leurs rôles dans leurs rélations, la domination masculine.
Genre: Quelles sont les dépendances entre les sujets/partenaires?
Est-ce qu‘elles sont volues et négociées librement?

Aujourd‘hui comme hier je fait beaucoup la teuf avec mes pottes.
La différence c‘est qu‘à présent j‘ai beaucoup d‘amis (qui appartiennent
à plusieurs cercles des amis differents.)
Ce sont donc davantage trop de propositions chaque soir et il me faut choisir.
De temps en temps je m‘amuse avec les autres volontaires aussi.
Je vais souvent aux concerts ou dans des musées mais la plupart des soirées je traine avec des pottes chez quelqu‘un-e à la maison. Les péniches au bord de la Rhône me plaissaient aussi.

Récemment j‘étais pour la première fois à l‘opéra lyonnais en assistant à l‘opéra „LULU“ d‘Alban Berg/ Wedekind. Cet opéra atonal m‘a beaucoup impressionné malgré sa complexité musicale. Grace à mes recherches sur l‘internet j‘ai pu comprendre davantage que les autres spectateurs malpréparés.

Globalement on pourrait dire qu‘il fait beau ici.
Certes le temps n‘est pas stable mais la plupart du temps il fait 25 dégrée.
Je m‘entends toujours bien avec ma famille d‘acueil et je suis à l‘aise d‘être à Lyon.
Je me lanquis toutefois aussi d‘une vie ou le piano joue un rôle plus important.

Pour visualiser ma vie ordinaire j‘ai fait une vidéo pour ma Mère-Grande.
Même dédiée à elle ca vous pourrait intéresser aussi.

Pour pouvoir la regarder rendez vous sur le site „www.youtube.com“ et mettez „ imaugedieschabe“
dans la fenêtre de recherche. La vidéo s‘appelle „ Un jour ordinaire lyonnais „
Voici le lien direct http://www.youtube.com/watch?v=xN-EXNuuk1E.

Cordialement Felix

hörspektakel für langi

ein kleines ding für eine freundin .
zum geburtstag versteht sich
http://www.youtube.com/watch?v=zXUi8ApnG9I

DA IST DER ZWEITE _ VOILA; LE DEUXIEME RAPPORT

DA IST DER ZWEITE.

So meine Lieben es ist soweit, der zweite weniger großartige, spektakuläre Bericht hat es bis zu euch geschafft und euren ganzen Zorn über die lange Redepause, das Informationslücke, die ihr schon als Desintresse und Unsensibilität meinerseits gedeutet habt, hinweggeweht.
Der Grund dieser Verspätung ist einfach: Ich wusste nicht was ich schreiben sollte: Mein bereits neues Leben war bereits auf dem Präsentierteller gelandet und oft wiedergekaut duch alle Münder gegangen und grundsätzliche Veränderung hatte es nicht gegeben. Jetzt merke ich aber, dass ich doch ganz schön viel gemacht habe und suche mit Mühe meine Erlebnisse zurückzuverfolgen. (mehr…)